Wohnungseigentumsrecht

Klare Regeln für gemeinsames Eigentum – Das Wohnungseigentumsrecht

Das Wohnungseigentumsrecht regelt die Aufteilung eines Grundstücks in Sondereigentum (Wohnungen) und Gemeinschaftseigentum (z. B. Dach, Treppenhaus). Es legt fest, wie Eigentümergemeinschaften organisiert sind, welche Rechte und Pflichten die Eigentümer haben und wie Entscheidungen getroffen werden.

Fallbeispiel: In einer Eigentümergemeinschaft soll die Fassade saniert werden. Ein Eigentümer verweigert die Zustimmung, weil er die Kosten scheut. Nach § 21 WEG (Ordnungsgemäße Verwaltung – laienverständlich: Gemeinschaft muss für Erhalt und Instandhaltung sorgen) kann die Maßnahme dennoch beschlossen werden. Der Eigentümer ist zur Kostenbeteiligung verpflichtet.

Wichtige Themen des Wohnungseigentumsrechts:

  • Teilungserklärung: Legt Aufteilung und Sondernutzungsrechte fest.
  • Gemeinschaftsordnung: Regelt Zusammenleben und Entscheidungsprozesse.
  • Eigentümerversammlung: Zentrales Beschlussorgan.
  • Kostenverteilung: Meist nach Miteigentumsanteilen.
  • Instandhaltungspflichten: Gemeinschafts- und Sondereigentum unterscheiden.

Wichtig zu wissen:

  • Ohne Teilungserklärung keine rechtliche Grundlage für Sondereigentum.
  • Beschlüsse der Eigentümerversammlung sind verbindlich, solange sie nicht angefochten werden.
  • Kostenregelungen in der Teilungserklärung sind vorrangig.
  • Modernisierungen können mit Mehrheit beschlossen werden.

Das Wohnungseigentumsrecht soll reibungsloses Miteinander ermöglichen, erfordert aber oft Kompromissbereitschaft und klare Kommunikation.

Typische Fehler & Häufige Irrtümer

  • Teilungserklärung nicht gelesen: Führt zu bösen Überraschungen.
  • Beschlüsse nicht fristgerecht angefochten: Danach kaum noch angreifbar.
  • Gemeinschafts- und Sondereigentum verwechselt: Falsche Instandhaltungszuständigkeiten.
  • Kostenverteilung ignoriert: Verbindlich laut Teilungserklärung oder Beschluss.

Gerichtsurteile – z. B. des BGH zu Modernisierungsmaßnahmen – verdeutlichen, dass klare Mehrheitsentscheidungen rechtlich stark sind. Eigentümer sollten ihre Rechte kennen, aber auch Pflichten ernst nehmen.

Vertraulich und ohne Risiko anfragen.Noch heute rechtliche Einschätzung sichern.Von erfahrenen Fachanwälten prüfen lassen.

Was ist eine Teilungserklärung?

Notariell beurkundetes Dokument, das Sondereigentum, Gemeinschaftseigentum und Rechte festlegt.

Wer entscheidet über Instandhaltungen?

Die Eigentümerversammlung beschließt, oft mit einfacher Mehrheit.

Wie werden Kosten verteilt?

In der Regel nach Miteigentumsanteilen, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Kann ich gegen einen Beschluss vorgehen?

Ja, innerhalb eines Monats durch Anfechtungsklage (§ 44 WEG).

Was ist Gemeinschaftseigentum?

Teile der Immobilie, die allen gehören, z. B. Dach, Fassade, Treppenhaus.

Was ist Sondereigentum?

Der Bereich, der einem Eigentümer allein gehört, z. B. die eigene Wohnung.

Rechtsanwälte