Das Strafrecht legt fest, welches Verhalten strafbar ist und welche Sanktionen dafür vorgesehen sind. Es dient dem Schutz grundlegender Rechtsgüter wie Leben, Freiheit und Eigentum. Zugleich garantiert es, dass Beschuldigte ein faires Verfahren erhalten.
Fallbeispiel: Ein Autofahrer verursacht unter Alkoholeinfluss einen Unfall. Er wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB – laienverständlich: wer betrunken oder unter Drogen Auto fährt und andere gefährdet, macht sich strafbar) angeklagt. Das Gericht verhängt eine Geldstrafe und ein Fahrverbot.
Hauptbereiche des Strafrechts:
- Kernstrafrecht: Delikte wie Diebstahl, Betrug, Körperverletzung.
- Verkehrsstrafrecht: Alkohol, Drogen, Fahrerflucht.
- Wirtschaftsstrafrecht: Untreue, Korruption, Steuerhinterziehung.
- Betäubungsmittelstrafrecht: Besitz, Handel, Herstellung illegaler Substanzen.
- Strafprozessrecht: Verfahrensablauf von Ermittlungen bis Urteil.
Wichtig zu wissen:
- Niemand muss sich selbst belasten – Aussageverweigerungsrecht beachten.
- Verteidigung frühzeitig einschalten, idealerweise schon im Ermittlungsverfahren.
- Strafrahmen sind im Gesetz festgelegt, Gerichte entscheiden im Einzelfall.
- Freiheitsstrafen können unter Umständen zur Bewährung ausgesetzt werden.
Das Strafrecht ist streng formalisiert. Fehler im Verfahren können erhebliche Auswirkungen auf das Urteil haben – sowohl zugunsten als auch zulasten des Beschuldigten.
Typische Fehler & Häufige Irrtümer
- Keine Verteidigung im Ermittlungsverfahren: Chancen auf Einstellung werden verschenkt.
- Unüberlegte Aussagen gegenüber der Polizei: Können später gegen einen verwendet werden.
- Zeugenrechte unterschätzt: Zeugen können zur Aussage verpflichtet sein.
- Berufung nicht fristgerecht eingelegt: Urteil wird rechtskräftig.
Die Rechtsprechung – vom Amtsgericht bis zum Bundesgerichtshof – sorgt dafür, dass Gesetze einheitlich angewendet werden. Strafverteidiger wahren die Rechte der Beschuldigten und achten auf ein faires Verfahren.
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Was ist der Unterschied zwischen Verbrechen und Vergehen?
Verbrechen haben eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe, Vergehen darunter.
Kann ich ohne Anwalt vor Gericht erscheinen?
Bei schweren Straftaten ist ein Verteidiger Pflicht, ansonsten möglich, aber nicht ratsam.
Wann wird eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt?
In der Regel bei Freiheitsstrafen bis zu 2 Jahren und günstiger Sozialprognose.
Was ist eine Einstellung des Verfahrens?
Beendigung ohne Urteil, z. B. mangels Beweisen oder bei geringer Schuld.
Was bedeutet Aussageverweigerungsrecht?
Recht, keine Angaben zu machen, die einen selbst belasten könnten.
Wie läuft ein Strafverfahren ab?
Von der Einleitung der Ermittlungen über Anklage und Hauptverhandlung bis zum Urteil.