Das Handelsrecht bildet den speziellen Rechtsrahmen für Kaufleute und Unternehmen. Es ergänzt das allgemeine Zivilrecht und regelt insbesondere, wie Kaufleute miteinander Verträge schließen, wie Handelsgeschäfte abgewickelt werden und welche besonderen Pflichten sie treffen. Ziel ist es, den Geschäftsverkehr zu beschleunigen und verbindliche Standards zu schaffen.
Fallbeispiel: Zwei Großhändler schließen mündlich einen Vertrag über die Lieferung von Waren. Einer der Händler bestreitet später die Vereinbarung. Da es sich um Kaufleute handelt, greift § 362 HGB (Bestätigungsschreiben) – laienverständlich: Wer ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben ohne Widerspruch erhält, muss sich an dessen Inhalt festhalten lassen.
Kernpunkte des Handelsrechts:
- Kaufmannseigenschaft: Wer ein Handelsgewerbe betreibt, unterliegt dem HGB.
- Handelsgeschäfte: Besondere Vorschriften für Kauf-, Kommissions-, Speditions- und Lagerverträge.
- Formvorschriften: Weniger Formalismus, aber strenge Beweislast bei Streit.
- Publizität: Eintragung ins Handelsregister schafft Rechtssicherheit (§ 15 HGB).
Wichtig zu wissen:
- Kaufleute haben erweiterte Sorgfaltspflichten.
- Handelsbräuche können Vertragsinhalt werden, auch ohne schriftliche Fixierung.
- Das Handelsregister ist für jedermann einsehbar.
- Schriftform ist nicht immer vorgeschrieben, Beweise aber entscheidend.
Das Handelsrecht erleichtert den Geschäftsverkehr, verlangt aber von Kaufleuten hohe Professionalität. Fehlende Dokumentation oder Unkenntnis von Handelsbräuchen kann teuer werden.
Typische Fehler & Häufige Irrtümer
- Mündliche Zusagen unterschätzen: Sie können bindend sein.
- Handelsbräuche ignorieren: Können Vertragsbestandteil sein.
- Handelsregistereintrag vergessen: Gefährdet Haftungs- und Vertretungsfragen.
- Fristen versäumen: Insbesondere bei Mängelrügen (§ 377 HGB).
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Wer gilt als Kaufmann?
Wer ein Handelsgewerbe betreibt (§ 1 HGB). Auch Kleingewerbetreibende können sich ins Handelsregister eintragen lassen (§ 2 HGB).
Was ist ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben?
Eine schriftliche Bestätigung einer mündlichen Vereinbarung, die bindend wird, wenn der Empfänger nicht widerspricht.
Was bedeutet Publizität des Handelsregisters?
Dritte dürfen sich auf den Inhalt verlassen (§ 15 HGB), auch wenn er fehlerhaft ist.
Welche Pflichten haben Kaufleute?
Buchführungspflicht, Sorgfaltspflicht, Pflicht zur Mängelrüge (§ 377 HGB).
Wie läuft eine Handelsregistereintragung ab?
Notarielle Anmeldung beim zuständigen Amtsgericht, Prüfung und Veröffentlichung im elektronischen Handelsregister.