Forderungseinzug

Forderungen sicher und fair durchsetzen

Wenn eine Rechnung überfällig ist, geraten viele Unternehmen oder Privatpersonen in eine schwierige Lage. Die offenen Beträge fehlen in der eigenen Kasse, während Mahnungen oft ohne Reaktion bleiben. Der Forderungseinzug ist der rechtliche Weg, berechtigte Ansprüche durchzusetzen – und das, ohne unnötig Beziehungen zu belasten.

Fallbeispiel: Ein Handwerksbetrieb aus Köln hatte nach Abschluss eines Projekts eine offene Rechnung von 4.800 Euro. Mehrere Mahnungen blieben unbeantwortet. Mit Unterstützung eines spezialisierten Rechtsanwalts wurde ein gerichtlicher Mahnbescheid beantragt. Der Schuldner zahlte daraufhin in Raten – und der Betrieb konnte seine Liquidität sichern.

Die rechtliche Grundlage für den Forderungseinzug findet sich in verschiedenen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs, z. B. im Verzugstatbestand (§ 286 BGB), der besagt, dass ein Schuldner nach Fälligkeit und Mahnung oder Ablauf einer bestimmten Frist automatisch in Verzug gerät. Ab diesem Zeitpunkt können Verzugszinsen und Mahnkosten verlangt werden.

Wichtig zu wissen

Ein außergerichtliches Vorgehen ist oft kostengünstiger und schneller als ein Gerichtsverfahren. Häufig reicht schon ein anwaltliches Schreiben mit Fristsetzung aus, um den Schuldner zur Zahlung zu bewegen. Sollte dies nicht ausreichen, kann der gerichtliche Mahnbescheid beantragt werden – eine einfache Möglichkeit, den Anspruch offiziell geltend zu machen.

Der Forderungseinzug erfolgt in mehreren Schritten:

  • Prüfung der Forderung und Beweislage
  • Außergerichtliche Zahlungsaufforderung
  • Gerichtlicher Mahnbescheid
  • Zwangsvollstreckung bei Nichtzahlung

Typische Fehler beim Forderungseinzug

  • Zu spätes Handeln – Verjährungsfristen (meist 3 Jahre) können den Anspruch vernichten.
  • Fehlende Dokumentation der Forderung (Rechnungen, Verträge, Schriftwechsel).
  • Unrealistische Ratenzahlungsvereinbarungen ohne Absicherung.

Unsere Rechtsanwälte unterstützen bei jedem Schritt – vom ersten Mahnschreiben bis zur Vollstreckung. Sie achten darauf, dass Fristen gewahrt bleiben und die Durchsetzung effizient erfolgt. So lassen sich finanzielle Engpässe vermeiden und rechtliche Ansprüche wahren.

Wie lange dauert ein Forderungseinzug?

Das hängt vom Einzelfall ab. Außergerichtlich kann oft innerhalb weniger Wochen ein Ergebnis erzielt werden, während gerichtliche Verfahren mehrere Monate dauern können.

Kann ich Zinsen verlangen?

Ja. Nach Eintritt des Verzugs können gesetzliche Verzugszinsen (§ 288 BGB) geltend gemacht werden. Für Verbraucher gelten andere Zinssätze als für Unternehmer.

Was, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist?

Hier kann geprüft werden, ob Sicherheiten oder eine Ratenzahlung möglich sind. Ist der Schuldner insolvent, muss die Forderung zur Insolvenztabelle angemeldet werden.

Ist ein Inkassobüro sinnvoll?

Inkassobüros können helfen, verfügen aber nicht über dieselben rechtlichen Möglichkeiten wie ein Anwalt, z. B. beim gerichtlichen Mahnbescheid oder der Vollstreckung.

Kann ich die Kosten zurückfordern?

Ja, bei berechtigten Forderungen müssen Schuldner auch die notwendigen Rechtsverfolgungskosten erstatten.

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